Logo
Startseite mehr Erlebnisse Lebensblog 1 Hilfe Impressum

Wie finde ich den richtigen Partner für das ganze Leben?

Ich möchte mich erst einmal etwas vorstellen: ich heiße Viktor und bin 27 Jahre alt. Ich bin seit fünf Jahren, neun Monaten, 13 Tagen und ca. vier Stunden mit dem Allerbestesten aller Menschen verheiratet! Ihr Name ist Marina und sie ist 25 Jahre alt. Wir haben zwei süße Kinder: Mia, sie ist drei und Luca, der ein Jahr alt ist.

Das Problem der Partnerwahl, falls man das als ein Problem bezeichnen kann, ist für die meisten jungen Leute ein Irrgarten der Gefühle. Gerade wir Christen möchten da einerseits nichts falsch machen, weil wir wissen wie sehr unser Glück und Erfolg vom Segen Gottes abhängig ist, andererseits suchen wir oft einen Partner nach sehr fleischlichen Kriterien aus, wie Schönheit oder Ansehen. Dazu kommt noch, dass viele Gott als einen Spielverderber sehen, der einem das schöne Mädchen das man anvisiert hat, nicht gönnt. Aus diesem Grund will ich meine Erlebnisse mit Gott in dieser Sache schildern. Vielleicht hilft es dem Einen oder Anderen bei seiner eigenen Entscheidung einen klaren Gedanken zu fassen. Bei mir war das alles eine sehr spannende Angelegenheit voller Gebetserhörungen aber auch Leiden.

Ich habe mir schon sehr früh Gedanken über Ehe und Partnerschaft gemacht und darüber, was mir in einer Beziehung wichtig ist. Aus diesem Grund habe ich auch schon früh damit angefangen um dieses Thema zu beten. Doch auch ich bin nur ein Mensch mit wenig Erkenntnis und viel Eigensinn, der sich des öfteren von Hormonen und Gefühlen leiten lässt. So kam es, dass ich ein Mädchen kennengelernt habe. Ich kann es bis heute nicht so recht erklären wie es zu dieser sehr kurzen Beziehung kommen konnte. Ich erinnere mich nur daran, dass alles sehr überstürzt geschah und immer von Zweifeln begleitet wurde. Ich habe zwar auch in diesem Fall gebetet, aber vieles einfach übersehen und übersprungen. Ich denke jede Partnerschaft braucht eine gründliche Vorbereitung, genau wie der Abriss eines Hochhauses inmitten einer Großstadt oder der Bau eines Hauses.

"Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.... abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit,..." Prediger 3, 1

Das bedeutet, dass alles Schnelle, Hastige oder Überstürzte höchstens sehr fraglich ist, das bedeutet auch, dass es bei unserem Herrn für alles eine angemessene Zeit gibt, um zu beten, zu erkennen und um sicher zu sein. Das Schlimme in meiner Angelegenheit war, den Fehler einzugestehen und die Verhältnisse zu klären. Schlimm ist auch, dass ich einen Menschen schwer verletzt habe, obwohl meine Eltern mich davor gewarnt haben. Doch der Herr hat das Üble genutzt um daraus Gutes werden zu lassen. Wie der Bauer, der den ekligen Mist auf die Felder streut, damit die gute Pflanze besser wachsen kann. So hat auch Gott mich auf meine Zukunft vorbereitet.

Natürlich habe ich weiter um eine Partnerin für eine gemeinsame Zukunft gebetet. Als ich mich aber im Laufe der Zeit so umsah, wurde mir angst und bange. Keine der Mädchen die ich kannte, kam für mich in Frage. Entweder war sie zu alt oder zu jung, nicht schön genug oder verwandt, manche waren nett aber keine Christinnen, und so weiter und so fort. Keine hat gepasst. Es vergingen ca. drei bis vier Jahre. Und dann sah ich SIE plötzlich. Eigentlich habe ich sie schon immer gesehen, doch wirklich gesehen hab ich sie nie. Der Herr hat mich mit Blindheit geschlagen und zum richtigen Zeitpunkt sehend gemacht. Doch bin ich ein skeptischer Mensch und so zweifelte ich, ob ich dieses Mädchen einfach nur schön finde und in dieselbe Falle des Teufels tappe wie schon einmal, oder ob es wirklich die für mich Bestimmte ist. Ich betete mehr und intensiver, ich las auch mehr die Bibel um eine Antwort zu finden. Das Mädchen gefiel mir immer besser. Je besser sie mir jedoch gefiel, desto größer waren die Zweifel ob das mein eigener Wille war oder Gottes, denn ich wollte auf gar keinen Fall den Fehler ein zweites mal machen. Konnte es sein, dass Gott die Beste, die Schönste, die Liebste aus all den Mädchen ausgerechnet mir schenkte? Nein, das konnte nicht sein, denn das wäre zu schön um wahr zu sein. Irgendwie dachte ich immer wieder an den Gott, der einem beim kleinsten Spaß ein schlechtes Gewissen verpasste, der alles Gute und Schöne verbot und einem nur schwere Prüfungen auf die Schulter lud. Doch eigentlich kannte ich Gott ganz anders. Gott ist für mich wie ein liebender Vater. Ja, ich weiß, der Begriff ist sehr abgegriffen und hört sich irgendwie plastisch an, aber es ist für mich eine Tatsache. So erfahre ich Gott Tag für Tag. Er liebt mich auch wenn ich untreu bin oder sündige. Wie ein liebender Vater halt, der sein Kind liebt auch wenn es gerade einen Kratzer in den neuen Wagen gemacht hat. Na gut, es gibt da doch einen Unterschied: der leibliche Vater muss sich im ersten Moment sehr zusammennehmen wegen des Kratzers.

"Denn Gott ist die Liebe." 1. Johannes 4, 8b

Gott der Vater liebt sogar die Soldaten, die seinen Sohn an das Kreuz genagelt haben. Er liebt alle Menschen, auch dich, ob du nun sein Kind bist oder nicht. Wenn du es nicht bist dann wartet er auf dich.

So, jetzt aber zurück zu meinem Mädchen. In diesen Kämpfen und Zweifeln, im Beten und Bibellesen wurde ich mir aber allmählich immer sicherer, dass dieses Mädchen für mich bestimmt ist. Ich muss zu meiner Schande hinzufügen, dass ich ein sehr komplizierter Mensch bin. Um mit mir auf Dauer auskommen zu können muss es schon eine "Spezialanfertigung" von Frau sein, mit stahlharten Nerven, viel Geduld, Einfühlungsvermögen und sehr viel Gutmütigkeit. Das sind höchste Anforderungen und eigentlich gibt es so eine Frau nicht. Doch der Herr bereitete mir genau so eine vor. Jetzt fragst du dich wahrscheinlich wie ich mir sicher sein konnte, dass es genau dieses Mädchen war, das mit mir durch das ganze Leben gehen würde und mich als ihren Partner auch selber wollen würde? Tja, das ist eine meiner größten, persönlichen Erfahrungen mit Gott! Gott sprach zu mir. Wie? Durch die Bibel, indem er mir Verse persönlich öffnete. Sie waren wie für mich geschrieben, genau auf mein Anliegen abgestimmt. Richtig persönlich! Auch durch Predigten oder Ereignisse, die mit mir oder um mich herum passierten. Ich befürchte das kann man nicht erklären, sondern nur selber erfahren. Das Wichtigste bei der Partnerwahl ist sowieso die persönliche Beziehung zu Gott!

Also war ich mir endlich ganz sicher: Marina ist die für mich ganz persönlich zugeschnittene "Spezialanfertigung" mit stahlharten Nerven, viel Geduld, Einfühlungsvermögen und sehr viel Gutmütigkeit. Ich weiß nicht was sie verbrochen hat, dass Gott sie mit mir bestrafte, aber ich von meiner Seite kann mich nicht beklagen. Weil ich es nun wusste, musste ich es auch ihr irgendwie schonend beibringen. Gesagt, getan. Eines schönen Abends verabredete ich mich mit ihr. Ich erklärte ihr, dass ich mit Gott gesprochen hatte und mir ganz sicher war, dass sie die für mich zugedachte, zukünftige Frau sei. Um es weniger "machohaft" auszudrücken: Wir sind füreinander bestimmt. Ich gab ihr soviel Zeit zum Beten, Bibellesen und Nachdenken wie sie brauchte. Ungeduldig wartete ich auf die Antwort, obwohl ich die eigentlich schon kannte: "Ja, ich will". Für mich war alles so klar, so selbstverständlich. Jedes Mal wenn ich die Bibel öffnete, sprang mich ein Vers an, der mir sagte: Du machst das richtig, es ist der richtige Weg. Verse wie:

"Und das ist die Zuversicht, die wir haben zu Gott: Wenn wir um etwas bitten nach seinem Willen, so hört er uns. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, worum wir auch bitten, so wissen wir, dass wir erhalten, was wir von ihm erbeten haben." 1.Johannes 5, 14-15

Das war keine Einbildung und auch kein Wunschdenken.

Inzwischen trafen wir uns alleine oder mit Freunden und unternahmen etwas.
Irgendwann zwei Monate später, sagte mir Marina sie möchte mich abends noch sprechen und mir war sofort klar, dass sie mir endlich zusagen wollte. Sie wurde von ihrer Schwester zum Treffpunkt gebracht. Irgendwie sah sie bedrückt aus, fand ich. Aber draußen war es schon dunkel und ich dachte, dass ich es mir bestimmt nur einbildete. Ich war schon ganz aufgeregt. Endlich, endlich ist es soweit. Meine Hände schwitzten. Doch es kam ganz anders! Sie sagte mir, dass sie mich zwar nicht verletzen will, aber es ist eine Entscheidung für ein ganzes Leben. Ich bin ihr ein guter Freund, aber als Ehemann konnte sie sich mich beim besten Willen nicht vorstellen. Ich brachte sie nach Hause ohne nur ein einziges Wort zu sagen.
Schock! Was sagte sie da? Kannte sie Gottes Willen nicht? Was war das? Vielleicht eine Prüfung? Ich parkte außerhalb meines Wohnortes und das war auch gut so, denn das was aus meinem Mund rauskam war sehr laut und hatte keinen richtigen Inhalt oder Zusammenhang. Ich fragte mich wieso Gott mich in diese Situation gebracht hatte? War das eine Strafe? Ich beruhigte mich etwas. Dann nahm ich die Bibel zur Hand und las. Irgendwann begriff ich, dass es trotz allem Marina sein sollte. Aus welchem Grund sie mir absagte oder warum Gott das zuließ wusste ich nicht, aber es war sein Wille. Und es war sein Wille, dass ich genau dieses Mädchen zur Frau nahm, ich musste nur geduldig sein. Jeder der mich kennt, weiß, dass Geduld nicht zu meinen größten Stärken zählt. Ich sagte mir: es ist sein Wille, ich weiß nicht warum, aber so ist das nun mal. Dabei dachte ich sehr oft an den Vers in Römer 8,28:

"Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind."


So hab ich also gewartet. Zuerst haben wir uns nicht mehr getroffen. Nicht weil wir uns böse waren, sondern weil ich ihr Zeit geben wollte sich mit Gottes Willen und ihren Gefühlen auseinander zu setzen und weil sie nicht wusste wie sie sich mir gegenüber verhalten sollte. Wir sahen uns nur in den Jugendstunden und wenn die Jugend etwas unternommen hat. Ich betete weiter. Es verging ein weiterer Monat. Wisst ihr wie lange so ein Monat sein kann? Da kam der Moment der Erkenntnis: ich sollte mich noch einmal auf den Weg machen. Ich wusste überhaupt nicht was ich sagen oder fragen sollte. Aber auch das übernahm der Herr, es steht nämlich geschrieben:

"...so sorgt nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt." Matthäus 10,19.

Ich weiß nicht mehr was ich sagte und auch nicht was sie antwortete. Nur das Ergebnis dieses Gesprächs ist mir bekannt und zwar hatten wir zwei Jahre und viereinhalb Monate später eine wunderschöne Hochzeit, wofür ich Gott und allen die dazu beigetragen haben, sehr dankbar bin. Dass es so lange gedauert hat, lag an meiner beruflichen Situation. Ich hatte keine Arbeit und konnte so die Miete und die Schuhe meiner zukünftigen Frau nicht bezahlen. Doch auch das hat der Herr besorgt.

Jedes mal wenn ich zurück schaue, danke ich dem Herrn für das Wunder, das er an uns vollbracht hat. Ich danke ihm vom ganzen Herzen für meine wunderbare Frau Marina, für meine süßen Kinder Mia und Luca und für das große Glück, das wir miteinander erleben. Meine Frau "erträgt" mich in Liebe und laut ihrer eigenen Aussage fällt es ihr gar nicht schwer sich mir zu unterordnen. Meistens jedenfalls. Wenn jetzt jemand denkt: was für ein Heuchler, die perfekte Ehe gibt es gar nicht, muss ich sagen: Klar gibt es auch bei uns ab und zu Streit und Meinungsverschiedenheiten, irgendwann dreht jeder mal am Rad, wenn ich das so unverblümt sagen darf, aber immer bitten wir den Herrn Jesus um Rat und Hilfe und die Hilfe kommt meistens prompt. Es ist meistens sehr schwer dem Partner seine Fehler einzugestehen, doch mit der Hilfe von oben geht es leichter.

Im nachhinein bin ich froh, dass der Herr nicht alle meine Wünsche und Bitten erfüllt hat, weil er besser weiß was für mich gut ist. Und es tut mir kein bisschen leid, dass ich die Partnerwahl Gott überlassen habe! Ich hoffe mein Outing hilft dem Einen oder Anderen ein bisschen in die richtige Richtung zu sehen.
Und die Moral von der Geschicht: Heirate ohne Jesus nicht!

Ach übrigens, meine Frau würde diesen Bericht auch unterschreiben falls das nötig wäre.

top
 
Startseite | Erlebnisse | Lebensblog | erste Hilfe | 4 x Nein | Impressum